Abschiedstouren haben immer etwas Theatralisches. Da schwingt Pathos mit, Nostalgie, manchmal eine Spur Tragik – und im Idealfall eine große Portion Dankbarkeit für die Fans, die ihre Bands über Jahrzehnte getragen haben. Immerhin kommen einige der 80er-Stars langsam deutlich ins Rentenalter, oder sind längst jenseits der 70 – teilweise gesundheitlich gebeutelt. Nun, der Lebensstil der Stars ist nicht immer ein Rezept für ein langes Leben.
Dass Abschiede im Pop selten endgültig sind, zeigen aktuell die The B-52s – die sich 2022 feierlich von der Bühne verabschiedet haben, nur um vier Jahre später wieder mit Devo durch die UK-Arenen zu ziehen. Ein Comeback, das perfekt in die lange Tradition der 80er-Acts passt, die ihren letzten Vorhang etwas… dehnbar auslegen.
Zumindest in der Theorie sollen diese Touren ein richtiges Geschenk an die Fans sein. In der Praxis allerdings sind „Farewell Tours“ oft weniger große Geste und mehr Marketingmaschine, ein Abschied, der sich emotional wie ein halbes „Vielleicht“ anfühlt. Gerade bei Acts, die in den 80ern Welthits abgeliefert haben und ins kollektive Popgedächtnis eingraviert sind, erwarten die Menschen eigentlich etwas anderes: Ein Finale, das sich wie ein echter Schlussakkord anhört. Manche liefern genau das – andere eher einen schiefen Ton, ein abruptes Verstummen oder ein Comeback, das die Dramatik des Abschieds im Nachhinein ad absurdum führt.
Gerade Bands aus den 80ern haben hier eine lange Tradition der… sagen wir mal: flexiblen Abschiede. Vielleicht liegt es am Jahrzehnt selbst, an dieser Ära der großen Bühnenshows (link: /live-season und überlebensgroßen Pop-Persönlichkeiten. Wer in den 80ern gelernt hat, wie man eine Arena aus dem Stand zum Kochen bringt, der lässt sich nur ungern für immer davon verabschieden. Und so werden manche Abschiedstouren zu Mini-Dramen, zu absurden Kapiteln, die zwischen Selbstironie und Self-Sabotage pendeln. Mal fehlen die Fans. Mal die Energie. Mal das Timing. Mal schlicht die Konsequenz.
Wir haben uns deshalb durch die kuriosesten, widersprüchlichsten und schlicht schlechtesten Abschiedstouren von 80er-Acts gewühlt. Acht Beispiele, bei denen man sagen kann: Abschied kann vieles sein – würdevoll, ergreifend, unfreiwillig komisch, aber manchmal eben auch einfach… schlecht.