Jam Master Jay: neues Geständnis im Mordfall
Ein Schuldeingeständnis bringt Bewegung in einen Fall um Run-D.M.C., der als abgeschlossen galt.
Ein Schuldeingeständnis bringt Bewegung in einen Fall um Run-D.M.C., der als abgeschlossen galt.
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Jason Mizell, DJ der HipHop-Gruppe Run-D.M.C., wurde 2002 erschossen. Die Band zählt zu den prägendsten Acts der 80er. Ein aktuelles Geständnis eines Mitangeklagten verändert die Bewertung eines Falls, der als gelöst galt. Denn Jahrzehnte später gesteht jetzt ein Mitangeklagter seine Mitschuld. Und mit diesem Geständnis bekommt eine Geschichte, die viele längst abgehakt hatten, wieder eine neue Richtung.
Jason Mizell war mehr als nur DJ von Run-D.M.C.. Zusammen mit Joseph Simmons und Darryl McDaniels machte Jason Mizell HipHop in den 80ern massentauglich. Tracks wie "Walk This Way" oder "It's Tricky" katapultierten Run-D.M.C. aus der Szene in den Mainstream. Jason Mizell stand dabei nicht im Vordergrund wie die Rapper, aber ohne ihn hätte der Sound der Band nicht funktioniert. Seine Beats waren das Fundament. Als Jason Mizell 2002 in seinem Studio in Queens erschossen wurde, war das nicht nur ein Mord. Es war ein Einschnitt. Kurz darauf erklärten Joseph Simmons und Darryl McDaniels, dass Run-D.M.C. nicht ohne Jason Mizell weiter existieren könne. Die Band war Geschichte.
Der Fall rund um Jason Mizell wurde über Jahre hinweg untersucht, neu aufgerollt und vor Gericht verhandelt. 2024 wurden Karl Jordan Jr., der Patensohn von Jason Mizell, und Ronald Washington wegen des Mordes schuldig gesprochen. Ein Urteil wurde später jedoch wieder aufgehoben, der Fall blieb juristisch in Bewegung. Jetzt kommt ein neuer Baustein dazu: Jay Bryant, einer der Angeklagten, hat seine Mitschuld eingeräumt. Jay Bryant gab zu, dass er den Tätern Zugang zum Studio verschafft hat, in dem Jason Mizell erschossen wurde. Laut Gericht wusste Jay Bryant auch, dass ein Mord geplant war.: „Ich wusste, dass eine Waffe eingesetzt werden würde, um Jason Mizell zu erschießen,“ sagte er vor einem Bundesrichter. Und „Ich wusste, dass das, was ich tat, falsch und eine Straftat war.“
Im Fall von Jason Mizell ist es das erste Mal, dass jemand aus dem Kreis der Beteiligten selbst Verantwortung übernimmt. Bislang basierten die Verfahren vor allem auf Zeugenaussagen, Indizien und forensischen Beweisen.
Mit der Aussage von Jay Bryant verändert sich die Perspektive. Die Tat wird nicht mehr nur rekonstruiert, sie wird von innen beschrieben. Das macht den Fall greifbarer, aber auch komplizierter. Denn ein Geständnis wirft automatisch neue Fragen auf: Wer wusste noch Bescheid? Wer war beteiligt? Und was bedeutet das für die bisherigen Urteile? Genau hier liegt der Bruch zur bisherigen Erzählung. Nach den Urteilen von 2024 galt der Mord an Jason Mizell vielerorts als geklärt. Auch in der Berichterstattung wurde dieser Punkt oft als Schlussstrich dargestellt. Das neue Geständnis zeigt jedoch: Der Fall war nie so eindeutig, wie er wirkte. Die juristische Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen, und die Rolle einzelner Beteiligter wird weiterhin überprüft. Jay Bryant steht jetzt im Zentrum dieser neuen Phase. Mit dem Geständnis rückt auch das mögliche Motiv wieder stärker in den Fokus. Ermittler gehen davon aus, dass ein geplatzter Drogendeal eine Rolle gespielt haben könnte. Das steht im Kontrast zum Image von Run-D.M.C., die sich in ihrer Karriere immer klar gegen Drogen positioniert hatten. Für die Geschichte von Jason Mizell bedeutet das eine zusätzliche Ebene. Es geht nicht mehr nur um Musikgeschichte, sondern auch um die Realität hinter der Bühne. Die 80er haben viele Legenden hervorgebracht – aber sie waren oft nicht so sauber, wie man sie manchmal erzählt.
Für Jay Bryant könnte das Geständnis strafmildernd wirken, ihm drohen dennoch mehrere Jahre Haft. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf den anderen Angeklagten bestehen. Die Justiz muss klären, wie sich die neue Aussage auf die bisherigen Urteile auswirkt. Im Rahmen seines Geständnisses dürfte Jay Bryant auch Details zum Ablauf und zu weiteren Beteiligten geliefert haben, so laufen derartige Deals in US-Gerichten meist. Welche Folgen das Geständnis für weitere mögliche Beteiligte hat, ist derzeit offen.
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